Vom Aspiranten zum Mitglied – mein Weg durch die Aufnahmeprüfung
Gut zwei Jahre ist es her, dass ich zum ersten Mal den Ortszirkel Bielefeld des MZvD aufgesucht habe. Was folgte, war mehr als erwartet: echte Gemeinschaft, spannende Begegnungen und Freundschaften, die mich bis heute begleiten.
Doch nun steht alles auf dem Prüfstand – im wörtlichen Sinne. Der Vorstand hat entschieden: Meine Aspirantenzeit ist vorbei. Die Aufnahmeprüfung wartet.
Für jemanden, der mit Prüfungsangst kämpft, ist das keine Kleinigkeit. Die Nervosität sitzt tief, die Erwartungen auch. Und trotzdem: Aufgeben kommt nicht infrage.
Mit euch gemeinsam
Ich werde mich durchbeißen – da bin ich sicher. Und ich möchte euch mitnehmen auf diesem Weg: mit allen Höhen, Zweifeln und hoffentlich einem triumphalen Ende. Bleibt dabei.

Der Weg in den MZvD – Was mich bei der Aufnahmeprüfung erwartet
Der Antrag ist gestellt, die Ankündigung erscheint demnächst in der *Magie* – und dann gibt es kein Zurück mehr. Bevor ich offiziell Mitglied im MZvD werden kann, wartet eine Prüfung in vier Teilen auf mich.
Theorie trifft Praxis
Los geht es mit zwei theoretischen Runden vor einem 3–4-köpfigen Gremium: Erst Fragen zur Geschichte und Theorie der Zauberkunst, dann Trickprinzipien und tricktechnische Grundlagen – alles aus einem festen Fragenkatalog, in lockerer Gesprächsatmosphäre.
Die entscheidenden Praxisteile
Dann wird es handfest:
- Teil 3: Grundlegende Techniken und Fingerfertigkeit, plus zwei Routinen aus verschiedenen Genres
- Teil 4: Ein eigenes kleines Programm vor dem versammelten Zirkel – mit Fokus auf Präsentation, fehlerfreier Technik und passendem Outfit
In jedem der vier Bereiche muss mindestens „ausreichend“ erreicht werden. Kein Puffer, kein Durchschnitt – jeder Teil zählt.

Das. obige Bild „Der Zauberlehrling“ finde ich für diesen Bericht gerade sehr passend .
Auf dem Weg zur Aufnahmeprüfung: Zwei starke Begleiter an meiner Seite
Jede große Herausforderung beginnt mit der richtigen Vorbereitung – und die steht und fällt mit den Menschen, die man dabei an seiner Seite hat.
Für meine Aufnahmeprüfung habe ich mir gleich zwei Paten gesichert, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und genau deshalb so wertvoll sind.
Da ist zum einen Thomas Bubig, bekannt als Zauberer Samoti: Mit ihm werde ich mich mehrfach zum persönlichen Austausch treffen. Zum anderen Frank Kemper vom Ortszirkel Detmold, der die Prüfung bereits im vergangenen Jahr erfolgreich gemeistert hat. Unser erstes Treffen war schlicht inspirierend – ein echter Motivationsschub. Beide bringen genau das mit, was ich in dieser Phase brauche: Erfahrung, Offenheit und echtes Engagement.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an euch beide – ihr macht diesen Weg zu etwas ganz Besonderem.
Die Vorbereitung läuft auf Hochtouren
Das Programm steht – zumindest in seinen Grundzügen. Jetzt geht es an die Feinarbeit, und dann heißt es: üben, üben, üben. Zu viel soll noch nicht verraten werden, aber ein kleiner Vorgeschmack gefällig?
Was erwartet das Publikum?
- Teil 3 verspricht eine spannende Kombination aus Karten und Seil – klassische Zutaten, die in der richtigen Kombination für Gänsehaut sorgen können.
- Teil 4 dreht sich um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – ein Thema, das Raum für tiefgründige, nachdenkliche Momente lässt.
Der Weg zur Bühne
Zwischen einer guten Idee und einer überzeugenden Darbietung liegt harte Arbeit. Jede Bewegung, jeder Moment wird so lange geschliffen, bis alles sitzt. Die Spannung steigt – auf der Bühne und hinter den Kulissen.
UPDATE:
Vom Entwurf zur Bühne: Mein erstes Programm vor dem Zauberzirkel
Was als lose Idee begann, wächst sich zu einem echten Kunststück aus. Gemeinsam mit meinen Paten Thomas und Frank habe ich meine Prüfungsnummer immer wieder verfeinert und gekürzt – so lange, bis sie endlich in das enge Zeitfenster von 15 Minuten passt.
Der große Moment
Im Juli war es dann soweit: erstmals präsentierte ich mein Programm vor dem Zauberzirkel – und alles klappte. Das Feedback klang ermutigend, die Anspannung wich der Erleichterung.
Mehr als nur Tricks
Doch das Schönste ist, was hinter den Kulissen passiert: die Storys rund um jedes Kunststück formen, Requisiten zusammensuchen oder selbst bauen. Dieser kreative Prozess macht süchtig. Und pünktlich zur Generalprobe wurde auch mein Zaubertisch fertig – ein Meilenstein auf dem Weg zur Prüfung.

Er ist Höhenverstellbar und ich kann daran im Stehen oder im Sitzen Kunststücke vorführen.. je nach den örtlichen Gegebenheiten.
An dieser Stelle möchte ich Euch auch schon mal einen kleinen Einblick in meine Requisiten gewähren, die in diesem kleinen Programm Verwendung finden.



Die Zeitkapsel – ein Kunststück ganz aus eigener Hand
Manchmal entsteht aus einer fremden Idee etwas völlig Eigenes. Genau das ist mir mit „Die Zeitkapsel“ gelungen – und darauf bin ich besonders stolz.
Was dieses Kunststück besonders macht: Ich habe nicht nur die Performance auf die Bühne gebracht, sondern alles von Grund auf selbst entwickelt – die Story, die Methode, die Technik und sämtliche Requisiten. Inspiriert hat mich dabei eine Idee von Noel Qualter, dessen Einverständnis ich mir selbstverständlich eingeholt habe. Aus diesem Funken wurde jedoch ein eigenständiges Werk.
Die Prüfung wartet
Jetzt heißt es: abwarten, atmen, prestige liefern. Mitte August steht die Prüfung an – der Moment, in dem „Die Zeitkapsel“ zeigen muss, was sie kann. Ich bin gespannt und halte euch natürlich auf dem Laufenden!
Letztes Update:
Bestanden – und das mit einem ganz besonderen Gefühl
Drei Tage nach dem großen Tag finde ich endlich die Ruhe, um davon zu berichten. Und eins ist sicher: dieser Prüfungsabend war mehr als nur ein Test – er war ein Erlebnis.
Mein Prüfungskollege Marcel und ich trafen uns gegen 17:15 im Zirkellokal. Pünktlich um 17:45 eröffnete die Jury die theoretischen Prüfungen – besetzt mit Lutz vom MZvD, Daniel als stellvertretendem Leiter des Ortszirkels Bielefeld und Patrick, dem Vorsitzenden aus Detmold. Gewicht hatten diese Plätze durchaus.
Ich durfte als Erster ran. Die Fragen überraschten mich – aber gute Vorbereitung zahlt sich aus, und so meisterte ich den Teil souverän.
Zwei Routinen, zwei Welten
Dann folgte der praktische Teil: zwei Kunststücke aus unterschiedlichen Genres.
- Professors Nightmare – ein klassisches Seilkunststück
- Mimik – ein Kartenkunststück mit doppeltem Auflösungsmoment
Wie genau diese Routinen funktionieren? Das verrate ich in einem eigenen Beitrag!
Ein Abend zwischen Nervenkitzel und Triumph
Die Bühne war bereitet, das Publikum gespannt – und ich mittendrin. Während Marcel seinen theoretischen Teil absolvierte, konnte ich mich bereits auf meinen Auftritt vor dem Zirkelabend-Publikum vorbereiten. Gegen 20 Uhr war es dann so weit: die praktische Prüfung.
Eine Reise durch die Zeit
Ich nahm die Zuschauer mit – von Geschichten meiner Urgroßeltern beim Zirkus Renz über Erlebnisse aus meinem Fotografenleben bis hin zu einem Blick in die Zukunft, den das Publikum noch an diesem Abend selbst erlebte.
Stolpern, durchatmen, weitermachen
Gleich beim ersten Kunststück lief etwas schief. Ob Nervosität oder zu viel Selbstvertrauen – 20 reibungslose Übungsdurchläufe hatten mich vielleicht zu sicher gemacht. Doch ich ließ mich nicht beirren, zog das Programm durch – und rettete den Effekt. Die beiden anderen Stücke liefen dann makellos.
Der Applaus am Ende? Wohlverdient. Marcel lieferte ebenfalls eine starke Vorstellung, und nach dem Abendessen kam der feierliche Moment: Urkundenübergabe und Glückwünsche der Zauberkollegen. Wir sind jetzt offiziell Mitglieder im MZvD und im Ortszirkel Bielefeld.

Ich glaube, ich bin auch ein wenig Stolz darauf! Ich werde über die einzelnen Kunststücke dann in Kürze in separaten Beiträgen (mit Videovorführung) berichten. Ich kann jedem, der die Prüfung noch vor sich hat nur empfehlen:
Freut Euch auf diesen Tag, geniesst die Zeit, bereitet Euch gut vor, sucht Euch einen oder zwei nette Paten und vor allem: habt Spaß!!

Zusatz
Da ich öfters nach den Fragen der theoretischen Prüfung gefragt wurde, hier die abgefragten Themen (für Eingeweihte) im Überblick:
Es handelte sich um die Randgebiete der Zauberkunst, die Erklärung des Ausdrucks „be natural“ und den Umgang mit dem Zuschauer. Im zweiten Part ging es dann um die Themen „Palmieren“, „Misdirection“, „Forcieren“, „Schwebeeffekte“ und den „Grundtechniken der Kartenkunst“.
Natürlich waren die Fragen zufällig gewählt und können bei anderen Prüfern/Prüflingen ganz anders ausfallen.

